Land und Leute
Lebensweise
Das tägliche Leben, welches sich dem Besucher präsentiert erscheint oft als bunt, lebhaft und - durcheinander. Als Gast muss man sich erst „eingucken“. Aber schon bald erscheint alles in viel klareren Konturen. Man macht im Gewimmel der Menschen auf der Straße einzelne Menschen aus die ihren Berufen nachgehen:

- Einen Schuhwäscher, der alle möglichen Sorten an Schuhputzcremes und -tiegel anbietet hat plus eine große Waschschüssel mit Seifenwasser. 1000 Tansania Shilling (= 1 Euro) kostet die Reinigung von einem Paar Schuhe.

Eine hervorragende Einrichtung – nach Regengüssen ist der Schlamm am Schuh sehr hartnäckig, ebenso wie der Staub von den vielen Pisten durch die Serengeti – ein Übel welches man gerne auf sich nimmt während seiner Safari!
- Den Besitzer des Internet-Café, welcher seinen Kunden auf die Sprünge hilft und sogar Reparaturen am Laptop durchführt – und zwar sofort!
- Den Angestellten im Friseurladen, der sich einen Moment vor der Tür des Barber Shops erholt. Haarrasur (im Augenblick sind kahl geschorene Köpfe bei den Herren die Mode), Barttrimmen und dann Gesichtsmassage mit Hautreinigung-Wellnessprogramm wie man es besser nicht in feinen Läden der europäischen Metropolen finden kann, nur billiger! Alles zusammen für ungefähr 3,50 Euro – genau das Richtige nach einer langen Safari!
- Die Geräuschkulisse allein, bestehend aus munteren Gesprächen, lauter Musik (ein Muss!) und den unterschiedlichen Klingeltönen der stets aktiven Handys – alleine das ist schon einen Besuch wert!

- Die Bananenverkäuferin. Grüne Bananen werden gerne gekocht wie Kartoffeln gegessen. Es ist nur schwierig, sie zu schälen. Also bestellt man die Bananen bei der Dame am Straßenrand und holt sie dann – geschält und sauber verpackt etwas später wieder ab – was für eine praktische Einrichtung!

- Den Schneider an seiner Nähmaschine sitzend und stets emsig bei der Arbeit. Fast alles kann man sich fertigen lassen: Einbände aus robustem Stoff für empfindliche Safaribücher, Gardinen nach Vorgabe, neue Reißverschlüsse für Reisetaschen und Kleidung nach Mass.
- Die „Border Borders“: Motorradtaxen, deren Fahrer auf Kundschaft warten. Lasziv sitzen die Fahrer auf ihren Fahrzeugen, bereit, den Kunden von „Border zu Border“, also von Grenze zu Grenze zu bringen. Der Preis ist Verhandlungssache. Eine Strecke in der Stadt kostet ca. 1-2 Euro.
Die gängigste Methode von A nach B zu kommen sind die Dalla Dallas. Busse verschiedener Größen und Marken. Eines ist ihnen jedoch gleich: sie sind stets überfüllt. Faszinierend mit anzusehen, wie das Gepäck und die Fracht – vom lebenden Huhn bis zum 50 kg Reissack – auf das Dach oder sonst wo (vor den Kühler …) gehüsert und befestigt wird. Die Fahrgäste müssen Meister der Selbstbeherrschung sein: dicht an dicht sitzt man auch bei großer Hitze hautnah beieinander, alles ertragend mit Ruhe und Gelassenheit. Es kommt einem Drahtseilakt gleich, aus so einem Fahrzeug bei der Rushhour aus dem hinteren Teil auszusteigen.
Angenehmer ist es, mit den Bajajis zu fahren. Besonders in Daressalam wird diese Fortbewegungsart bevorzugt – dreirädrige Motorräder, bei denen der Gast in hinteren Fahrgastraum sitzt wie das britische Königspaar persönlich. So elegant durch die Gegend kutschiert, erreicht man dank der geschickten Fahrer sein Ziel mithilfe vieler Abkürzungen meist schneller als die ewig im Stau steckenden Autos. Es kann natürlich vorkommen, dass man selber bei einer Baustelle kurz mit Hand anlegen und das Fahrzeug z. B. über Absperrungen hieven muss.

Service wird überall groß geschrieben – und ist für nur wenig Geld zu erhalten.
Im Gegensatz dazu sind viele Dinge des täglichen Lebens sehr teuer. Kühlschränke, Herde, Gaskocher, Fernseher und Stereoanlagen haben ein europäisches Preisniveau. Die Familien sparen lange auf diese Anschaffungen. Dabei muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass sehr oft der Strom in Tansania ausfällt. Zu unregelmäßig sind die Wassermengen die die Turbinen der Kraftwerke antreiben sollen. Zu schwach ist das nationale Stromnetz. Deswegen empfiehlt es sich, bei einem Herd beispielsweise auf die Funktion mit Strom- und Gasbetrieb zu achten.

Auf dem Lande kochen die meisten Menschen auf einfachen Feuerstellen (Holz oder Kohle). An den Straßen wird die Holzkohle in großen Säcken angeboten. Zwischen 3 und 5 Euro kosten die Säcke, die je nach Familiengröße etwa einen Monat reichen.
In der Stadt sind die meisten Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Meist verströmt eine farbige Glühbirne an der Decke hängend ein diffuses Licht.
Den Strom bezahlt man direkt bei TESC (Tansania Electricity Supply Comission) einmal im Monat, meist cash. Wenn man nicht zahlt, wird man schnell von der Stromzufuhr abgeschnitten.
Die Wohnungen bestehen meist aus 1 oder 2 Zimmern. Ein Zimmer dient den Eltern als Schlaf-, Arbeits- und Kleiderzimmer. Alle Besitztümer sind sorgfältig auf dem Schrank oder unter dem Bett gestapelt. Das zweite Zimmer wird von der Küche und dem Wohnzimmer eingenommen. Allerorts sieht man die großen Möbel am Straßenrand zum Verkauf ansprechend arrangiert. Unweigerlich fragt sich der Besucher, was passiert, wenn der gefürchtete Kurzregen niedergeht. Geschickt werden die Füße der Holzbetten in Eimer gestellt. Das ansonsten lackierte Holz hält einen Regenschauer ohne Probleme aus.
Allerdings können nur wenige Menschen ein wirkliches Bett ihr Eigen nennen. Meist wird auf Matratzen geschlafen. Nicht umsonst sieht man auf der Straße die Laster zuhauf Matratzen jeder Preisklasse und Qualität transportieren (foam matraces).
Wenn die großen Ferien anfangen, stehen die Kinder vor ihren Internaten – um sie herum ihre Schulsachen, Kleider und ... eingerollten Matratzen.
Wohnt eine mehrköpfige Familie in wenigen Räumen zusammen, wird das Wohnzimmer am Abend umfunktioniert zum Schlafzimmer für die Kinder. Das funktioniert sehr gut.
In vielen Haushalten arbeiten beide Elternteile, deswegen sind Haushaltshilfen sehr begehrt. Für das Kochen und vor allem für die Wäsche werden Kräfte angestellt, für die ein weiterer Schlafplatz gefunden werden muss.
Löhne und Mieten
Die Wohnungsmiete für eine 2-Zimmer-Wohnung in Arusha beträgt ungefähr 60 Euro pro Monat. Bei einem durchschnittlichen Verdienst von 80 bis 170 Euro/Monat/Person ist das ein hoher Ausgabeposten. Die Häuser in der Stadt haben meist einen Stromanschluss jedoch keine Wasserzufuhr im Haus. Auf dem Grundstück ist ein Waschbecken mit fließendem kaltem Wasser – wenn es denn fließt! Am Ende der Trockenzeit kann es vorkommen, das auch in der Stadt die Wasserzufuhr unterbrochen wird. Das gilt auch für die Gemeinschaftstoilette auf dem Hof. Besser ist es, sich einen kleinen Wasservorrat in Plastikbehältern anzulegen damit man immer etwas zum Kochen und zum Spülen hat.
Arusha kann im Winter sehr kühl sein, eine Heizung hat aber trotzdem niemand. Warmes Wasser zum Duschen muss dann in der Wohnung oftmals auf dem Herd produziert werden.
Als Bewohner der westlichen Hemisphäre kommt manchmal leichtes Entsetzen auf beim Anblick der Gemeinschaftstoiletten, (eingefasste Löcher im Boden ohne Schüsseln) und des kalten Wassers aus der Brause. Aber das ist nur Gewöhnungssache und funktioniert sehr gut.
Die Müllabfuhr wird geordert (meist 2 Mal die Woche) und der gelagerte Müll wird zum Termin gemeinsam aus dem Hof getragen.
Sonntags ist Putztag.
Sonntags steht natürlich für viele auch der Kirchenbesuch an, ansonsten aber putzt man, was das Zeug hält. Autos, Kühlschränke (sofern vorhanden), den Hof, die Toiletten werden geschrubbt.
Auf dem Land sind andere Verhältnisse. Auch ist die Lebensweise der vielen Ethnien sehr unterschiedlich. Ein Massai in abgelegenen Gebieten lebt anders als ein Chagga in der großen Stadt. Fragen Sie Ihren Guide auf der Safari – er gibt Ihnen Auskunft!
Religion
Tansania ist ein liberales Land, kommt es zur Akzeptanz in religiösen Belangen. Anhänger der großen Weltreligionen leben friedlich nebeneinander und ebenso wird der Glaube an die Ahnen und andere Glaubensrichtungen toleriert.

Laut Statistik sind ca. 52% Christen (Katholiken, Protestanten und unabhängige afrikanische Kirchen), 31,7% Muslime (auf Sansibar und an der Festlandsküste die Mehrheit bildend), 14,5% traditionelle Religionen (u. a. Ahnenkult), 0,9% Hindus, 0,9% Anhänger anderer Bekenntnisse oder religionslos.
Weder Religion noch unterschiedliche Ethnizität spielen eine wichtige Rolle in Tansania. Der erste Präsident nach der Unabhängigkeit des Landes, Dr. Julius Nyerere, hat es verstanden die Menschen im Lande vornehmlich zu einem zu machen: zum Tansanier. Erst dann kommen andere Belange.
Dieses ist ein gravierender Unterschied zu dem Nachbarland Kenia, wo lang anhaltende Diskrepanzen zwischen den Ethnien ein steter Hort des Konfliktes war und ist.
Ethnien
Die Bevölkerung Tananias ist sehr heterogen. Etwa 85% der Bevölkerung wird von den so genannten Bantu ausgemacht (z. B Chagga, Gogo, Haya, Makonde), 10% sind Swahili (arabische/persische/afrikanische Verbindungen – gewachsen zur eigenen Kulturgruppe), 3% Niloten (Massai), 2% Kuschiten (z. B. die Iraqw), 0,2% Khoisan (Hadzabes), 0,1% Asiaten (Araber, Inder, Chinesen, oft mit tansanischer Staatsbürgerschaft).
Jede Gruppe hat ihre besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten; die Iraqw um Karatu sind die Farmer, die Chagga um Mt. Meru und den Kilimanjaro sind die Rechner, die Massai sind die Hirten, die Hadzabes sind die Jäger etc …
Insgesamt spricht man von 130 verschiedenen Ethnien in Tansania!
Kisuaheli, eine im Land im Küstenbereich geborene Sprache dient als Bindeglied zwischen den Völkern und ist Amts- und Nationalsprache.
Englisch ist Geschäfts- und Bildungssprache.
Bevölkerungsstatistik
Das jährliche Bevölkerungswachstum wurde für 2011 auf 2,03% geschätzt.
Grosse Siedlungsdichten sind auf Sansibar, am Victoriasee und an der nördlichen Festlandsküste zu finden.
Die Verstädterung liegt bei 26.7 %. Gerade Daressalam hat einen großen Zustrom an Menschen täglich.
Einige Landstriche, besonders in ariden Savannengebiet sind dagegen sehr dünn besiedelt (z. B. die Massai Steppe).
Die Fertilitätsrate liegt statistisch gesehen bei 4.3 Kinder/Frau. Praktisch haben viele Städter nur noch 2 Kinder, während auf dem Land größere Familien existieren.
Die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 52,5 Jahren.
Es gibt einige gesetzliche Regelungen für Mindestlohn und Arbeitszeit. In der Realität sieht die Lage jedoch oft anders aus. Beschäftigung ohne Verträge, keinerlei soziale Absicherung, sehr geringe Löhne (siehe auch Auf ein Wort ...)
Die Großfamilie und die Dorfgemeinschaft sind die wichtigen sozialen Netzwerke.
Die Familienbande sind sehr stark. Auch gibt es viele ungeschriebene Rechte und Pflichten. So kümmert sich der jüngste Sohn zeit seines Lebens um die Mutter. Er ist immer für sie da.
Grundbesitz ist häufig Eigentum der Familie und wird auch nur in der Familie weiter gegeben. Es wird zusammen verwaltet, wobei der Vater das Familienoberhaupt ist und das letzte Wort hat.
In einem Land, in dem es kaum soziale Absicherungen gibt, ist ein Jeder auf die Hilfe von Familienmitgliedern und Freunden angewiesen.
Bei großen Feierlichkeiten (Beerdigungen wie Hochzeiten) kommen viele Gäste, die auch stets einen Obolus (in Form von Spenden) beitragen und so die Durchführung erst möglich machen. Man ist verpflichtet, etwas beizutragen, nimmt auf diese Weise jedoch auch den Beschenkten in die Pflicht. Ein Geben und Nehmen, nur so kommen die Menschen über die Runden.
Schule
In Tansania hat man 7 Jahre Vor- und Grundschule, 4 Jahre Junior Sekundarstufe und dann 2 Jahre Senior Sekundarstufe. Danach kann dann die Universität besucht werden.
Suaheli und englisch sind die Unterrichtssprachen.
Einige staatliche Schulen sind sehr schlecht ausgestattet, besonders in abgelegenen Gegenden. Darum versuchen viele Eltern, ihre Kinder auf private bessere aber auch teurere Schulen zu senden. Nach Abschluss der ersten 7 Jahre wird das Kind vom Staat nach Quotenregelungen an die weiterführenden Schulen überwiesen. Sind die Eltern mit der Schulwahl nicht einverstanden, müssen sie selbstständig eine andere Schule finden. Dort müssen die Kinder dann einen Eignungstest durchführen.
Das sind dann meist Internate, so genannte Boarding Schools. Die geforderte Ausstattung (Matratze, 2 paar schwarze Schuhe, 2 lange Hosen 4 weiße Hemden, Moskitonetz etc. schlagen mit ungefähr 150 Euro pro Jahr zu buche, Bücher werden gestellt. Die Aufnahme in eine Junior Sekundarstufe kostet je nach Schule um 500 Euro für das erste Jahr.
Es besteht Schulpflicht. Viele Tansanier sehen eine gute Schulbildung als unerlässlich an. Allerdings gibt es in vielen abgelegenen Gebieten ein unzureichendes Angebot, erschwert durch fehlende Infrastruktur. Die Regierung fördert durch Programme Schulen in der Peripherie. Auch im Gebiet der Massai entstehen langsam aber sicher immer mehr Einrichtungen. Überzeugen Sie sich von den Realitäten durch den Besuch in einem Massai Dorf. Ihr Driver Guide macht es möglich.
Kulinarisches
In Tansania kann man gut essen!
Viele Obst- und Gemüsearten werden im Land selbst produziert. Gerade die kleinen Restaurants an der Straße bekommen ihre Lebensmittel in der Frühe frisch geliefert – man kann die angelieferten Waren am morgen stehen sehen – und bereiten die Speisen direkt vor Ort zu.
Allerdings unterscheiden sich die Gerichte, welche in den Hotels angeboten werden sehr von dem, was man in kleinen Cafes bekommt.
Touristenmahl kontra heimischem Essen?
Viele Besucher von Übersee zögern, in eines der vielen kleinen Lokale am Straßenrand zu gehen. Man sieht sie allerorts: einfache Plastikstühle in rot oder weiß, einige mit Verzierung, andere schlicht. Die Autos parken direkt davor, die große Markise überschattet den hinteren Teil. Auch die Küche im Hintergrund ist von der Straße aus schlecht zu sehen. Man muss schon näher heran gehen, um einen besseren Blick zu bekommen. Aber genau das trauen sich viele Gäste nicht.

Deswegen nun: Gebrauchsanweisung für den Lokalbesuch!
Zuerst wählt man sich einen Platz, häufig im Freien. Zügig kommt eine Bedienung und fragt nach den Getränkewünschen. Oft wird Bier gewählt, das Lieblingsgetränk Vieler – Kilimanjaro, Safari oder Serengeti – die Auswahl ist groß! Aber man bekommt auch Wein (meist spanischer Rioja aus der Tüte) und andere Spirituosen sowie Softdrinks.
Im Plastikkorb werden die Getränke für den Tisch gebracht und auf den Tisch gestellt. Erst dann werden die Flaschen geöffnet (damit jeder Gast sicher sein kann, dass er eine frische, ungeöffnete Flasche bekommt).
Man prostet sich zu. Im Moment ist es „in“, erst einen kleinen Schluck in das Glas zu geben und den Inhalt dann auf den Boden zu gießen (warum? das weiß keiner so genau).
Jemand muss sich dann erheben und zur Küche gehen, um zu sehen, welche Speisen vorhanden sind und gut aussehen. Kennt man das Menüangebot, kann man auch am Tisch bestellen.
Während man wartet, kann man sich gut unterhalten. Laute, melodische Musik gehört dazu. Immer wieder unterbrochen oder „gewürzt“ werden die Gespräche durch Handyanrufe. Auch ruft man selbst viel an – es scheint das Lebenselixier vieler Tansanier zu sein – alles geht sehr leger zu.
Die Bedienung schaut immer wieder vorbei, um den Inhalt der Flaschen zu prüfen. Demonstrativ wird die nahezu leere Flasche schräg hochgehalten. Fast vorwurfsvoll wird der Gast dann angesehen, ein kurzes Kopfnicken – und schon kommt die nächst Runde.
Man erfährt den Zeitpunkt des Essens durch das Nahen der Waschgelegenheit, denn kurz vor dem Servieren kommt ein Kellner vorbei mit Wasser, Seife und Waschschüssel.

Man wäscht sich gründlich die Hände – man hat vor mit denselbigen zu essen – und lässt sie an der Luft trocknen. Dann ist es soweit: das Fleisch- oder Fischgericht wird auf einem Teller in der Mitte des Tisches platziert.
Man benutzt seine rechte Hand zum Essen. Geschickt trennt man mit den Fingern die Gräten oder Knochen vom Fleisch. Ja, man greift „ins Volle“. Ungewohnt für Besucher, jedoch findet man schnell heraus, das nur so der volle, sinnliche Genuss erreicht werden kann.
Äußert schmackhaft sind Gerichte wie KITIMOTO (kross gebratenes Schweinefleisch mit Tomaten und Zwiebeln), KUKU MBOGA MBOGA (Huhn mit Spinat und Zwiebeln), MCHEMSHO (ähnlich unserer Hühnersuppe, jedoch mit exotischem Gemüse wie Baumtomaten aber auch Kartoffeln), KEBABS (meist Rind- oder Lammspieße über dem Feuer gegrillt).

Meist ist Gemüse wie Zwiebeln oder Tomaten dabei, der Besteller hat die Menge des Fleisches oder die Größe des Fisches je nach Geldbeutel und Anzahl der Essenden geordert. Ein Jeder ist nur von seinem Teil des Tellers – Übergriffe sind nicht erlaubt! Gräten etc. werden einfach auf den Tisch gelegt, es gibt auch sonst weiter keine Tischregeln. Wenn man nicht mit den Fingern isst, wird üblicherweise ein Löffel benutzt.
Ist man fertig, wird der Waschzuber wieder gebracht und so kann man sich gründlich die Finger und auch den Mund waschen.
Verspürt noch jemand Hunger, bestellt man einige Fleischkebabs (Rind oder Huhn oder Schwein am Spieß, gebraten über dem offenen Feuer).
Ein lockerer, gemütlicher und kommunikativer Abend ist so garantiert!
Ein kleiner Hinweis: das Fleisch ist nicht immer nur Filet, man sollte zubeißen können.
Dieses Essen wird in abgewandelter Form auch in den Hotels präsentiert, auch hier findet man die frischen Zutaten. Weil man jedoch um die empfindlichen Mägen der Besucher weiß, werden Gewürze nur sparsam benutzt. Aber – man kann sich immer frischen grünen Chili extra bestellen!
CHAKULA BORA! (Guten Appetit)
Musik
Ganz Tansania ist Musik!
Das Erste, was am morgen nach dem Aufwachen getan wird, ist den Schalter der Musikanlage zu drücken. Manche haben hat nur ein selbst gebasteltes Radio, andere haben riesige Anlagen in der kleinen Wohnung, welche einen guten Teil des Wohnraumes einnehmen.
Musik ist für Viele der Lebensinhalt, zumindest gehört sie untrennbar zur Lebensart. Autos, welche nahezu auseinander fallen, haben trotzdem mit Sicherheit eine gute Anlage. Manchmal hat man das Gefühl, die Autofenster biegen sich ob der vollen Töne aus dem Radio nach außen …
Tansanische Musik ist melodisch und schwungvoll.
An der Küste hört man den typischen TAARABA Sound. Mzee Yusuf ist einer der bekannten Interpreten dieser Stilrichtung.
Bongo flavour steht dem an Pep und Sound in nichts nach, TID, Q-Chief und Banana Solo sind allerorts zu hören.
Viel wird auch religiöse, sehr mitreißende Musik gehört. Rose Mhanda ist eine der Lieblings Interpretinnen dieses Sounds.
Einfach mal reinhören in die Musikszene, sie macht gute Laune und bringt unbeschwingtes Lebensgefühl. Vielleicht sagen Sie am Ende des Abends auf die Frage nach Ihrem Wohlbefinden (MAMBO VIPI?) auch:
POA KICHIZI KAMA NDIZI! (cool crazy like banana!)